Litografie – Wie aus einem Ausweg meine größte Leidenschaft wurde

Hi, mein Name ist Lorenzo Schmidts! Aber meine Freunde nennen mich Lito – daher auch das Wortspiel Litografie.

Meine Reise mit der Fotografie (und auch zu mir selbst) begann zwischen 2019 und 2020, kurz vor Beginn der Pandemie. Damals war ich noch Staatsbürger in Uniform. Ich hatte meine Seele 2016 per Gelöbnis für acht Jahre dem Deutschen Staat geliehen. Wie es dazu kam, ist eine andere Geschichte, auf die ich vielleicht irgendwann in einem Blogbeitrag eingehe.

Ich musste schnell erfahren, dass ich nicht mehr Herr meiner eigenen Entscheidungen war und nach der Pfeife unempathischer Gestalten tanzen musste, die von Individualität so viel hielten wie ich von ihren menschlichen Fähigkeiten. Zur Halbzeit wusste ich nicht mehr, wer ich war, wohin ich wollte und was der Sinn meines Lebens sein sollte. Kurz gesagt: Ich hatte Depressionen und fühlte mich komplett allein.

Corona war mein Lebensretter. Wir mussten sieben Wochen daheim bleiben und die Kaserne war nur notbesetzt. Endlich konnte ich durchatmen und etwas von der Freiheit kosten, nach der ich mich so sehr sehnte. Ab diesem Zeitpunkt gab es kein Zurück mehr.

Mehrere Gespräche, viele Bücher und eine Therapie gaben mir mein Selbstvertrauen zurück. Ich spürte wieder, dass ich selbst über mein Leben entscheiden kann und gut bin, so wie ich bin. Also setzte ich alle nötigen Hebel in Bewegung, um aus meiner persönlichen Hölle zu entfliehen. Nach einem ewigen Bürokriekrieg durfte ich 2020 endlich gehen. So begann ein neuer Lebensabschnitt, der bis heute eine so unfassbar spannende Geschichte schreibt, dass ich eigentlich ein Buch darüber schreiben könnte – aber das muss sich bei den vielen Dingen, die ich anfange, erst einmal hinten anstellen.

Das Erste Selbst Portrait

Und wie kam jetzt die Fotografie ins Spiel?

Während dieser sieben Wochen Auszeit sah ich bei meinem damaligen Nachbarn (und heute guten Freund) eine analoge Canon AE-1 stehen. Ich weiß nicht wieso, aber diese Mechanik löste in mir eine solche Faszination aus, dass ich mir kurz darauf selbst eine auf Kleinanzeigen kaufte und schnell die ersten Rollen Kodak Gold verschoss.

Das war der Startschuss. Es folgten viele weitere Kameras und schließlich ein Fernstudium zum Fotodesigner, das ich übrigens mit „Sehr gut“ abgeschlossen habe – nicht, dass ich viel drauf geben würde, aber vielleicht ist es ja dem einen oder anderen wichtig, das ich meine Fähigkeiten auch auf Papier nachweisen kann, wir sind schließlich in Deutschland.

Aber viel wichtiger als jedes Papier sind für mich die Momente und Geschichten, die durch das Fotograffieren entstehen. Dieser Blog soll Raum für genau diese Geschichten sein.

Schön, dass du hier bist – fühl dich wie zu Hause!